Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Cöner Teppichservice

seit 1980 am Bodensee

DIE TEPPICH- ODER KLEIDERMOTTE


Die Kleider-Motte (Tineola biselliella) gehört wie ihre Verwandten, die Pelz- oder Teppichmotte,
zu den Kleinschmetterlingen, den Tineiden. Sie ist auf der ganzen Welt verbreitet und lebt vom Keratin, einer Eiweißverbindung der Haare oder Federn. Seide und andere Naturmaterialien werden nicht angegriffen. Die eigentlichen Fraßschädlinge sind die Mottenraupen! Die Motte selbst, also der fertige Falter, kann keine Nahrung mehr aufnehmen und lebt ca. 30 Tage.

Er sorgt aber in dieser Zeit durch ungehemmte Fortpflanzung für die nächste Mottengeneration.
Wo kommen Motten her?
Motten können zufliegen, durch Fensterritzen, Ventilatoren und Lüftungsgitter kriechen, vorrangig bei Dunkelheit. Die Motte ist ein "Riechtier" und je intensiver Teppiche riechen, umso größer ist die Anlockung und der Zuflugsradius.
Motteneier werden auch eingeschleppt. Sie können überall dort sein, wo Haare oder Federn sind. Also, in Wollteppichen aus Neuzugängen oder Warenrücksendungen, Decken, Filzen, Restekisten, Wollkleidung, unbeachteten Fusselansammlungen und in Fellen. Beliebte Aufenthaltsorte von Motten sind aber auch Federn, z.B. in Vogelnestern oder Bettwaren!
Wie erkennt man Motten oder Mottenbefall?
    •    An den fliegenden Faltern, meist männliche Motten.
    •    Das markanteste Merkmal sind die bis zu 15 cm langen Gespinst- oder Fraßröhren,

         die als silbrig-weiße, klebrige Wattefäden auf Teppichen oder an Wolle

        (Haare, Federn) anhaften.
    •    An einer Vielzahl von winzigen, sandartigen Kotbällchen in der Farbe der gefressenen           

         Materialien, die leicht mit harmlosen Fussel- oder Sandpartikeln verwechselt werden
    •    An den schmutzigweiß schimmernden Motteneiern, die jedoch erst bei genauerer

         Untersuchung auffallen.
    •    Und natürlich an den Fraßschäden, den Fraßgassen oder den Fraßlöchern bei Wolltextur.


DAS HEMMUNGSLOSE FRESSEN ... 2 - 6 Monate
Welche Teppiche sind besonders gefährdet?
Primär Teppiche, die Naturbelassen, minimal gewaschen oder kaum veredelt sind, Teppiche mit groben Wollen, lockerer Textur, Preiswert-Teppiche, bäuerliche oder nomadisch-rustikale Ware sowie intensiv nach Wolle oder Wollschweiß riechende Teppiche, Teppiche und Teppichstapel, die wenig bewegt werden. Weniger attraktiv für Motten sind gut- oder Chlorgewaschene Teppiche, feine Knüpfungen, z.b. persische Klassisch-Ware. Natürlich ist das kein 100%iger Schutz, auch hier ist eine leichte Vorbeugemaßnahme angebracht.


DER VERHÄNGNISVOLLE KREISLAUF !
Motten lieben Ruhe, Dunkelheit und Wärme. je höher Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit sind, umso schneller können sich die Motten entwickeln, bis hin zu 4 Generationsfolgen pro Jahr!
Der Falter ist ca. 4 - 9 mm lang mit einer Flügelspannweite von ca. 16 mm. Die Vorderflügel sind fettig glänzend, einfarbig strohgelb, die Hinterflügel hell-graugelb. Die Weibchen sind größer als die Männchen. Zahlenmäßig überwiegen die Männchen, im Verhältnis ca. 2 : 1 Wenn Sie Tineola bisselliella fliegen sehen, handelt es sich fast immer um ein Männchen. Weibchen sind schwerfällig und fliegen eher torkelnd und höchst selten, können dafür aber hervorragend und sehrweit kriechen! Wo ein gutes, ausreichendes Nahrungsangebot und viel Ruhe zur ungestörten Entwicklung ihrer Nachkommen vorhanden sind, legt die Motte lose auf dem Untergrund bis zu 250 Eier einzeln verteilt ab.


Die Motteneier sind von weiß opalisierender Farbe, unregelmäßig geformt, im Durchschnitt 0,5 mm lang und auf dunkler Unterlage mit dem bloßen Auge zu erkennen. Die Entwicklungszeit der Eier ist temperaturabhängig, dauert in der Regel ca. 4 bis 21 Tage. Aber Achtung: bei niedrigen Temperaturen (unter 8'C) können Motten vier bis zu einem Jahr inaktiv ruhen und bei ansteigenden Temperaturen ihren verhängnisvollen Kreislauf wieder fortsetzen. Die frisch geschlüpfte Mottenraupe ist knapp 1 mm lang, erreicht aber durch hemmungsloses Fressen nach einer Reihe von Häutungen innerhalb von 2 - 6 Monaten die 10-fache Länge!


Die Farbe der Raupe ist schmutzig gelbweiß, nur Kopf- und Hinterleibschild sind rotbraun. Da der mit Nahrung gefüllte Darmkanal durchscheint, täuscht sie manchmal je nach gefressener Nahrung eine andere Gesamtfärbung vor. (Also Augen auf bei der Teppichuntersuchung!)


Zum Schutz gegen Austrocknung und Feinde beginnt die Raupe sofort nach der Schlüpfung mit dem Bau der Fraß- oder Gespinströhre. Dazu produziert sie aus speziellen Spinndrüsen ein klebriges Sekret, das als Spinnfaden an der Unterlage fest haftet. Die manchmal bis zu 15 cm langen Fraßröhren erkennen Sie als silbrig-weiße, klebrige Wattefäden, fest an der Wolle anhaftend, das sicherste Zeichen für Mottenbefall!


Zur Verpuppung verlässt die Raupe die Fraßröhre und kriecht an ruhige Oberflächenbereiche, damit sie nach der Schlüpfung als Motte ungehindert ins neue Leben starten kann. Hier fertigt sie ihren Puppenköcher aus dem Sekret ihrer Spinndrüsen und aus abgebissenen Materialien der Umgebung an. Der Köcher ist ca. 1 cm lang und an beiden Seiten geschlossen und dichter als die Fraßröhre. Die darin liegende Puppe arbeitet sich nach einer Entwicklungszeit von 2 bis 6 Wochen zu 3/4 aus dem Köcher und verlässt nach Aufplatzen ihrer Hülle als Falterden Köcher und der Kreislauf beginnt neu!